Im Zuge des Ausbaus der Bundesautobahn A1 ersetzt das neue Brückenbauwerk, das gmp mit den Ingenieuren Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) entworfen hat, die bestehende Brücke über die Norderelbe. Aufgrund ihrer Zeichenhaftigkeit und vornehmen Zurückhaltung wird die zu ersetzende Norderelbbrücke von der Öffentlichkeit als Ingenieurbauwerk geschätzt. Diese Identifikation mit der Bestandsbrücke – entworfen um 1963 durch die Architekten Jux und Freese - hat das Team veranlasst, den Neubau als „Evolution“ zu begreifen, durch die die Brücke den neuen Anforderungen des achtspurigen Ausbaus gerecht wird und die gleichzeitig den Genius Loci bewahrt.
Von weitem sichtbar wird die doppelte Schrägseilbrücke mit ihren unterschiedlich hohen Pylonen die Elbüberquerung markieren. Die verschiedenen Spannweiten und Pylonhöhen der neuen Brücke resultieren aus den unterschiedlich weiten Seitenfeldern und spiegeln im Bauwerk ablesbar die asymmetrische Geländesituation der beiden Ufer wieder. Die nunmehr acht Pylone bilden aus jeder Perspektive ein markantes Portal: Die Autobahn ist in beiden Richtungen rechts und links von den sich nach oben verjüngenden Stützen gefasst; vom Wasser aus betrachtet flankieren sie hintereinander gereiht das Fahrwasser. Parallel zu den Fahrspuren, aber konstruktiv von diesen losgelöst, verläuft ein Fuß- und Radweg, der die Querung in das Wegesystem des Naherholungsgebietes entlang der Norderelbe und Dove-Elbe integriert.